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Indiens Wasserwirtschaft

Eins der Bevölkerungsreichsten Länder der Erde mit mehr als 1,2 Milliarden Einwohnern und einem Bevölkerungswachstum von 1,6 % pro Jahr hat akute Wasserversorgungs- und Entsorgungsprobleme und gefährdet so die Gesundheit von 640 Millionen Indern. Indien verfügt über 5 % des Süßwassers und hat etwa 16% der Weltbevölkerung. Das eine Problem besteht darin, dass 75 % des Niederschlags klimatisch bedingt während des Sommermonsuns fallen. Das zweite Problem besteht darin, dass das Oberflächen Wasser und Grundwasser verschmutzt ist.
Es ist nun das Ziel jedem Inder sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Das Wasser ist durch Schwermetalle, Pestizide, Kolibakterien stark belastet und die Qualität von Trinkwasser stark beeinträchtigt. 14 % der Landesbevölkerung entnehmen Wasser aus ungeschützten Quellen. Die Nutzbaren Wasserreserven betragen 1122 Milliarden m³ und der Gesamtverbrauch beläuft sich auf 634 Milliarden m³ pro Jahr. Der Bevölkerungsanteil mit Anschluss an öffentlicher Trinkwasserversorgung ist ziemlich groß, der Bevölkerungsanteil an Sanitären Anlagen in der Stadt beläuft sich jedoch nur auf 52 % und auf dem Land auf 18 %. Außerdem sind nur 200 der über 3200 Städte mit einer Kanalisation versehen. Nur 37 % der Haushalte sind an ein Leitungsnetz angeschlossen.

Indien
Indien

Die tägliche Abwasserproduktion der 1000 Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern beläuft sich auf 26 Millionen m³ Abwasser, bei einer täglich maximalen Klärkapazität von 7 Millionen m³. Somit werden jeden Tag 19 Millionen m³ Abwasser nicht gereinigt, das sind 73 % der Gesamtabwassermenge, die ungereinigt in den Wasserkreislauf gelangen können. Des Weiteren sind die verfügbaren Kläranlagen oft schlecht gewartet; es kommt durch fehlende Ausbildung von Fachpersonal in der Abwasserwirtschaft zu Korrosion, Versandung und ineffizienter Nutzung der Anlagen.

Abwasserentsorgung ist der Wasserversorgung untergeordnet, nur 28 % aller Inder besitzen eine Toilette. So kommt es, dass 670 Millionen Menschen in Indien tagtäglich offene Defäkation betreiben. Die Versorgung mit Sanitäreinrichtungen auf dem Land ist dabei katastrophal. Nur 26 % der Landbevölkerung besitzt eine Toilette. Ist der Versorgungsgrad in der Stadt nun deutlich besser, weil nur 14 % der Stadtbevölkerung offene Defäkation betreiben müssen?

Der Wert, bezogen auf Mumbai mit 19 Million Einwohnern gerechnet, entspricht 3.42 Millionen Einwohnern, die auf offener Straße urinieren und Fäzes ausbringen. Das ist die Gesamtbevölkerung von Berlin!! Die Lösung des Problems sind eindeutig Kläranlagen und eine gut gelegte Kanalisation in allen Städten. Aber dazu muss es erstmal Toiletten geben. Das sinnvollste sind Dixi Klos mit einer Wasserspülung die mit der Kanalisation verbunden sind und dann von Kläranlagen gereinigt werden. Diese Klos müssen für jeden zugänglich sein. Nach Schätzungen sind das 100 Millionen Toiletten. Es sind somit milliardenschwere Investitionen in die Abwasserwirtschaft nötig, um eine landesweite Verbesserung der Abwasserproblematik zu erreichen.

Der stille Krieg ist der ewige Kampf der Menschen gegen Bauchschmerzen und Durchfallerkrankungen in den betroffenen Regionen. Nun sagt man salopp daher, dass Bauchschmerzen und Durchfall wieder weggehen und die Menschen mit der Zeit dagegen immun seien. Es sterben aber allein jedes Jahr 1,5 Millionen Kinder an Durchfallerkrankungen. Dabei ist es schwierig die Ursachen zu erkennen. Oder doch nicht? Es ist eine Korrelation zwischen der Verfügbarkeit von Toiletten und d

er Kindersterblichkeit zu beobachten. Demnach sind die Regionen am stärksten betroffen, welche keine ausreichende Sanitärversorgung haben. Für uns ganz logisch. Das tückische an der Sache ist, dass der Bevölkerung oftmals nicht bewusst ist, dass offene Defäkation und Bauchschmerzen im Zusammenhang stehen. Denn die Übertragung verläuft meist indirekt, bei fehlendem Händewaschen ist auch ein direkter Übertragungsweg möglich. So wissen viele nicht, dass die Fäkalien die Fließgewässer verschmutzen und Bakterien und Keime so ihren Weg in das Trinkwasser finden, dass die Grubenlatrinen 10m vom Dorfbrunnen entfernt durch das versickerte Bodenwasser auch in das Brunnenwasser gelangt und dass die Hauptübertragung von Krankheiten durch Fliegenhaare verursacht werden kann. Nur wenige habe die Problematik bisher erkannt.

Hinzu kommt das Problem der fehlenden Alternative. Die Menschen sind sich der Gefahren zwar teilweise bewusst, müssen aber gleichzeitig weiterhin das verschmutzte Brunnenwasser trinken und ihr Geschäft im Freien verrichten, da sie sich von alleine nicht aus dem Teufelskreis befreien können.

Entwicklungshilfe

Helfen will gelernt sein. Denn richtig helfen ist eine Kunst, die die wenigsten beherrschen.

Die Grundlage für Entwicklungshilfe wurde nach dem 2. Weltkrieg gelegt, in der Antritts-rede von Harry S. Truman zur Gründung der NATO.
„Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit besitzen wir das Wissen und die Fähigkeiten, das Leid dieser Menschen zu lindern.“

Soldat
Kindersoldat

Doch es dauerte noch Jahre, bis die ersten Maßnahmen umgesetzt wurden, die den Namen Entwicklungshilfe verdient hatten. Aber nur selten stand das Wohl des Empfängerlandes im Vordergrund. Entwicklungshilfe war ein politisches Machtinstrument der Geberländer. Bestes Beispiel ist die Hallstein-Doktrin, die diplomatische Beziehung zur DDR als unfreundlichen Akt gegenüber der BRD einstufte und zur Einstellung der Entwick-lungshilfe führen konnte. Entwicklungshilfe als Instrument den Klassenfeind diplomatisch zu isolieren. In den 60er Jahren nahm Ceylon, das heutige Sri Lanka, einen großzügigen Kredit der DDR in Anspruch. Dies führte zur Einstellung der Entwicklungshilfe der BRD an Ceylon.

Aber die Annahme, dass allein Kapitalmangel die Sorgen der Entwicklungsländer lösen würde, stellte sich bald als Trugschluss heraus. Immer mehr Geld floss in die Empfängerländer und sollte bis zu den Ärmsten durchdringen. Aber der Geldfluss versickerte und der erhoffte Wachstumsschub blieb aus, ebenso wie die steigende Nachfrage der Empfän-gerländer nach Produkten aus den Geberländern. Entwicklungshilfe führte nicht zur Steigerung der Nachfrage und Ankurbelung der Wirtschaft der Industrieländer.

Ein Umdenken setzte ein, weg von finanzieller Hilfe, hin zu komplexen Programmen, welche die Grundbedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellten. Die Programme „Nahrung für alle“, „Gesundheit für alle“, „Bildung für alle“, „Arbeit für alle“ sollten die Menschen in den Empfängerländern beglücken, waren aber meist nur alter Wein in neuen Schläuchen. Bildung ohne Aussicht auf Arbeit im eigenen Land lässt die Jugend abwandern. Nahrung mag einige Krankheiten lindern oder gar heilen, aber nicht alle. Nur die Gesamtheit der Programme macht für die Ärmsten einen Sinn.
Dann kam die Zeit der Krisen. Die Ölkrise in den 70ern und die Wirtschaftskrise in den 80ern. Die ohnehin schwachen Entwicklungsländer litten unter der aufgehäuften Schuldenlast. Und die Preise für Rohstoffe, meist das einzige Kapital der armen Länder, fielen und ließen deren Einnahmen wegbrechen. Die schrumpfenden Mittel der Entwicklungshilfe reichte gerade um die größte Not, zu lindern. Wer hungert neidet das Brot des Nach-barn und der Streit und Kriege waren vorprogrammiert.

Als Nächstes versuchten die Geberländer zusätzlich oder anstatt der finanzielle Hilfe die materielle Hilfe. Doch Wasserpumpen für Brunnen versanden in der Wüste und wer sollte sie unterhalten und reparieren. Manche Hightech-Maschine fristet in der Dritten Welt das Los eines Industriedenkmals. Die Technik der Geberländer versagt in der Infrastruktur der Empfängerländer. Schaufel sind gefragt. Sie funktionieren ohne Strom und Benzin, die Funktionsweise ist eindeutig und sie lassen sich einfach reparieren mit den Mitteln vor Ort.

Als die Geberländer erkannten, dass finanzielle Hilfe allein nicht ausreicht und von ihnen geplante Programme keine andauernde Besserung brachten, setzte sich die Methode der nachhaltigen Entwicklung durch. Das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ bestimmte fortan den Geld- und Informationsfluss. Und man gab der Entwicklungshilfe einen neuen Namen: Entwicklungszusammenarbeit.

An die Stelle der Geber- und Empfängerländer trat der Begriff der gleichberechtigten Partnerländer. Gleichberechtigt impliziert die Kommunikation auf Augenhöhe. Auch wenn der Fluss von Geld, Material und Wissen meist in der gleichen Richtung verlief, wie eh und je. Mit der Gleich­berechtigung fiel eine weitere Fessel der Vergangenheit des Kolonialzeit-alters und öffnete einen Weg in die Selbstbestimmung und fortschreitende Selbstbestimmung eines Landes. Entwicklungszusammenarbeit war jetzt das Ergebnis eines Prozesses zwischen den Partner. Gemeinsam steckte man sich Ziele und plante deren Umsetzung. Mit den Mitteln des Empfängerlandes, den Materialien, der Technik und den Menschen. Die Geberländer stellten die finanziellen Mittel und das Know-how in Form von Fachkräften und Wissenstransfer. Bestes Beispiel ist die GIZ, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, mehrheitlich gegründet als Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit im Jahre 1975. Aus den 1.800 Entwicklungshelfers der ersten Stunde wurden bis heute über 17.000 „Veränderungsmanager“. Über die Hälfte davon sind auf 130 Länder verteil-te lokale Spezialisten, die die Projekte in Form einer technischen Zusammenarbeit unter-stützen.

Heute, 70 Jahre nach Harry S. Truman’s Rede vor der NATO macht die Entwicklungshilfe, nein, Entwicklungszusammenarbeit ihrem Namen alle Ehre. Vieles ließe sich noch verbessern, noch immer sterben zu viele Menschen, Nahrung ist ungerecht verteilt, Wasser knapp. Bildung ist noch immer ein Privileg, ebenso wie Arbeit. Aber auf das bisher erreich-te dürfen alle Beteiligten Stolz sein.

Wasserproblematik in Bolivien

Bolivien
Bolivien

Durch die ab dem 25.01.2009 in Kraft getretene Verfassung haben die Bürger Boliviens mehr Rechte und ihnen wird die teilhabe am politischen, sozialen und wirtschaftlichem Leben zu teil. Aktuell leben 59 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und das Land befindet sich auf dem 108. Platz im Human Development Index. Der HDI bewertet den Entwicklungsstand eines Landes und setzt sich aus dem Bildungsstand, Lebensdauer und Bruttonationaleinkommen zusammen. Man kann davon ausgehen, dass dank der großen Rohstoffvorkommen, aus dem Entwicklungsland Bolivien ein „middle income country“ wird. 2011 hatte Bolivien ein Wirtschaftswachstum von rund 5 Prozent. Es gibt einen Mindestlohn. Dieser liegt bei 91,5 US $ pro Monat. Hauptwirtschaftsgüter sind die Landwirtschaft, Fischerei und der Bergbau zusammen mit der Erdgasförderung. Das Land hat ein konstantes Wirtschaftswachstum von über 4 Prozent und einen durchgängigen Überschuss im Haushalt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,6 Prozent. Die Inflationsrate liegt bei 6,9 Prozent. Diese gibt die Preisveränderungen eines Warenkorbes im Verhältnis zum Vorjahr an. Das heißt also dass die Preise zum Vorjahr um 6,9 Prozent gestiegen sind. Aus Volkswirtschaftlicher Sicht ist eine Inflationsrate von zwei Prozent normal. Da aber nur 37 Prozent des Warenkorbes Nahrungsmittel enthalten und Nahrungsmittel die Hauptkonsumartikel in Bolivien sind und bei den der größte Preiszuwachs zu verzeichnen ist, weist die Inflationsrate in Höhe von 6,9 Prozent ein ungenaues Ergebnis aus. Würde man also dies mit einkalkulieren wäre die Inflationsrate bei etwa 11 Prozent. Den Hauptanteil an den Exporten machen Rohstoffe, wie Kohlenwasserstoffe und Mineralien. Bolivien verzeichnete im Jahr 2011 einen Exportüberhang in Höhe von 1,4 Milliarden $. Somit exportiert Das Land mehr als es importiert. Für die Zukunft geht man von einem sinkendem Wachstum aus und die treibende Kraft werden die Rohstoffe sein.

Der Großteil des Wasserbedarfs wird durch den Fluss Madera der aus dem Amazonas entspringt gedeckt. Die wichtigsten Zonen sind das Altiplano, die Täler zwischen den Anden und dem Flachland. Das Altiplano und die Täler machen ein Drittel der Gesamtoberfläche des Landes aus (1,098.581 Km2) und stellen den Lebensraum von ca. 3 – 4 Millionen der zehn Millionen Bolivianer. Diese Gebiete weisen zudem die größten Einschränkungen im Zugang zu Wasser auf (Rechte, Nutzung), temporärere Verfügbarkeit (3 – 4 Monate Regenzeit), Knappheit (250 – 400mm Regen) und Nachfrage (Bewässerung, Trinkwasser, Industrie). Die größte Menge an Grundwasser, die in das System eingespeist wird, stammt aus peruanischem Gebiet und aus einem Streifen, der sich vom Titicacasee bis nach Oruro erstreckt. Weiter Richtung Süden nehmen die Regenmengen allerdings stark ab und die Verdunstung zu, sodass der Salzgehalt im Wasser ansteigt und es zur Bildung von Salzseen kommt. Rund um Desaguadero kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen und im gesamten Gebiet kommt es zu Verunreinigungen des Wassers aufgrund von unsachgemäßer Abfallentsorgung und Bergbau. Besonders betroffen ist hiervon die Region um Oruro, insbesondere der Uru Uru See, wo man eine hohe Konzentration von Schwermetallen im Wasser findet. Das durch den Klimawandel bedingte Abschmelzen der Gletscher führt zu kurzfristigen Niederschlägen und Hagelschauern. Das hat zur Folge, dass es Probleme mit der Wasserversorgung und Stromversorgung gibt. Das führt zur Unterversorgung mit Wasser bei der Landwirtschaft und zur Desertifikation. Zu der Gefahr der Desertifikation ist außerdem mit Bodenerosion und Erdrutschen zu rechnen. Es ist auch zu befürchten, dass das Grundwasser aufgrund der reduzierten Neubildungsrate in Gefahr gerät. Dieses Phänomen führt bereits heute zu niedrigeren Fördermengen. Im Flachland und am Amazonas ist vermehrt mit Überschwemmungen zu rechnen mit ihren schwerwiegenden menschlichen, sozialen, landwirtschaftlichen und infrastrukturellen Folgen. Die Besonderheit der Anden im Vergleich zu den Alpen ist, dass die Alpen im Sommer Eis in Form von Wasser abgeben und im Winter kommt es zu Eis Neubildung. In den Anden ist die Regenzeit im Sommer und deshalb ist die Zeit wo sie sich mit Eis eindecken können gleichzeitig die wärmste. Aufgrund dessen haben die Anden seit den Siebzigern 20 – 30 Prozent an Masse verloren. Der Großteil, nämlich 85 Prozent des Wasserverbrauchs gehen auf die Landwirtschaft.

In Bolivien gibt es etwa 5.000 Unternehmen, die sich auf die Wasser bzw. Abwasserversorgung spezialisiert haben. Diese beliefern rund 76 Prozent der Bevölkerung mit Trinkwasser in ausreichender Güte und Menge. Da durch die undichten Wasserleitungen nur ein Teil des Wassers bei der Bevölkerung ankommt. Man geht davon aus, dass ein Sechstel von dem Wasser verlorengeht. Es herrscht ein Ungleichgewicht was die Wasserver- und -entsorgung der Stadt und Landbevölkerung angeht. So sind 87,5 Prozent der Stadtbevölkerung mit Wasser versorgt und nur 50 Prozent der Landbevölkerung. Die Wasserentsorgung ist sowohl in der Stadt als auch auf dem Land unterentwickelt. Die Zielsetzung für 2015 ist die Stadtbewohner zu 95 Prozent mit Wasser zu versorgen und die Landbewohner zu 80 Prozent. Außerdem gibt es regionale Unterschiede zwischen der Wasserversorgung. Tarija ist zu über 90 Prozent mit Wasser versorgt und Beni zu knapp 60 Prozent. Das gleiche gilt für die Abwasserentsorgung. Die Kosten des Wassers sind auch Region abhängig. Die Versorgung der Einwohner variiert von Anbieter zu Anbieter. Um die 30 Prozent des Wassers werden nicht bezahlt, weil sie gar nicht ankommen.

Ein kleiner Exkurs:
Als die Wasserversorgung im Jahr 2000 in Cochabamba privatisiert wurde und aufgrund dessen die Preise um 50 Prozent gestiegen sind, kam es zu Protesten und Ausschreitungen bei denen ein 17 Jähriger Jugendlicher von der Polizei erschossen wurde. Als Folge dessen hat die Regierung diese Privatisierung wieder rückgängig gemacht. Nach einer Aussage der Weltbank werden die Kriege des 21. Jahrhunderts um Wasser geführt.
Für die Zukunft hat Bolivien ein Wasserministerium eingeführt, dass einen nationalen Plan für die Abwasserentsorgung und den Bau von sanitären Einrichtungen ausgearbeitet hat. Außerdem wurden mehrere Organisationen die sich auf die Nachhaltigkeit des Wassers spezialisiert haben. Der „Plan Nacional de Saneamiento Basico“ sieht vor den Zugang zu sanitären Einrichtungen zu verbessern und die Wasserversorgung der ländlichen Bevölkerung auszubauen. Durch eine Reduzierung der Toilettenspülung von 13,5 Liter auf sechs Liter findet eine Einsparung von 21 Prozent statt. Das Führt dazu, dass eine Million mehr Einwohner mit Wasser versorgt werden können. Momentane Problemstellungen sind regional bedingt und hängen von den Wasserversorgern ab.

Wasserproblematik in Peru

Peru
Peru

In Peru werden nur zwei Jahreszeiten unterschieden, eine trockene und eine feuchte, je nach geographischer Region. Die Küstenlänge beträgt 2500 Km und ist eine Wüstenregion. In den Flusstälern ist der Boden sehr fruchtbar, deshalb wird dort viel Landwirtschaft betrieben. Es wird Baumwolle, Reis, Obst und Zuckerrohr angebaut. Dabei spielt die Bewässerung eine essentielle Rolle, um das landwirtschaftliche Produktionspotential der Küste zu erhöhen. Im nördlichen Küstenbereich gibt es reiche Erdöl und Schwefelvorkommen, im Süden Eisenerz. Um das Land für den landwirtschaftlichen Anbau zu nutzen, wurden stufenartige Terrassen an den Berghängen errichtet. Obwohl das Andengebiet reich an Bodenschätzen wie Gold, Zink, Kupfer und Silber ist, gilt die Region als eine der ärmsten und rückständigsten des Landes. Im Amazonasgebiet gibt es nur wenige Straßen, der meiste Transport findet über die Flüsse statt. Dort gibt es jährlich etwa 200 Regentage. Mit 10 Millionen Einwohnern ist Lima die Größte Stadt. Der Zuzug beträgt jährlich etwa 100.000. Die Urbanisierungswachstumsrate beträgt 1,6 %.

Peru hatte im Jahr 2011 ein Wirtschaftswachstum von über 8 Prozent gehabt und ein Rating von BBB. Die Arbeitslosenrate sinkt kontinuierlich und beträgt im Jahresdurchschnitt 8,4 Prozent. Die Baubranche ist der Antriebsmotor der Peruanischen Wirtschaft und wuchs im Jahr 2010 um über 17 Prozent. Der Sekundär und Tertiärsektor wuchsen ebenfalls überproportional. Der Primärsektor wuchs negativ, einzig die Fischerei konnte ein Wachstum von 30 Prozent erzielen. Es ist zu beobachten, dass sich vermehrt ausländische Unternehmen niederlassen. China hat mit Peru einen Freihandelsvertrag und will die Textilbranche besonders fördern. Auch ist ein Freihandelsvertrag mit der Europäischen Union unterzeichnet worden. Beim Freihandelsvertrag werden jegliche Handelsbeschränkungen wie Zölle und Importquoten aufgehoben. Peru hat einen Handelsbilanzüberschuss, d.h. Peru exportiert mehr Waren und Dienstleistungen als importiert. Den größten Anteil am Export hat der Bergbau. Die Perspektive für Peru sieht gut aus. Man prognostiziert ein Wirtschaftswachstum von 6 Prozent. Damit liegt Peru an der Spitze Lateinamerikas vor Kolumbien und Chile.

Eine große Herausforderung für Peru ist die Bereitstellung von Wasser und Abwasser für die Ganze Bevölkerung. Das Problem ist, dass 97 Prozent der Wasserreserven östlich der Anden sind, aber der Großteil der Bevölkerung westlich der Anden lebt. Deswegen herrscht in Peru Wassermangel. Dazu kommt´s das das Land zu den am meisten vom Klimawandel betroffenen Ländern gehört.

Die “Autoridad Nacional del Agua” (ANA) ist laut Gesetz dem Landwirtschaftsministerium unterstellt und hat als technisch spezialisierte Behörde die oberste technische und normative Autorität auf nationaler Ebene bezüglich des Managements der peruanischen
Wasserressourcen inne und gehört zum nationalen Umweltschutzsystem. Die öffentliche Einrichtung ist nicht nur die oberste Aufsicht über Management der Wasserressourcen und der zugehörigen Infrastruktur sondern auch aktiv an der Gestaltung von Normen und Gesetzen beteiligt. Die neuesten erarbeiteten Vorschriften sehen beispielsweise vor, dass die Firmen ihr Abwasser noch vor Einleitung in die Kanalisation und erst recht vor der Einleitung in Flüsse und Seen aufbereiten müssen.

Laut PROAGUA verfügen 24 Prozent der Bevölkerung über keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Hauptprobleme der Wasserversorgung ist die Nachhaltigkeit und geringe Abdeckung. So werden nur 29 Prozent des Abwassers aufbereitet und gereinigt. Laut PROAGUA sind 44% der Bevölkerung nicht an die Kanalisation angeschlossen und 78% der Abwässer werden ungeklärt direkt in Flüsse oder ins Meer geleitet. Es gibt im Ganzen Land nur 143 Kläranlagen, wobei Stabilisierungsbecken mit 92 Prozent die am häufigste vorkommende Technologie ist. Viele Abwässer, so auch die Abwasser Limas werden über die Kanalisation ins Meer geleitet. Dadurch ist es zu Gesundheitsgefährdungen an der Küste gekommen. Das verschmutzte Süß und Meerwasser führt dazu, dass Wirtschaftszweige wie die Fischerei behindert werden. Außerdem wird das Wasser dort verschmutzt wo die Wasserknappheit am dringendsten ist, nämlich an der Küste. Um eine ausreichende Wasserqualität zu gewährleisten, werden von den Wasserversorgern Qualitätskontrollen durchgeführt und der Behörde SUNASS vorgelegt. Von 100 m³ Wasser das durch die Wasserleitungen fließt, kommen 35 – 40 m³ Wasser nicht bei

den Endverbrauchern an. Die Verlustquote liegt also bei bis zu 40 Prozent. Aufgrund dessen wurden in den Haushalten Wasseruhren eingebaut. Zurzeit wird viel Geld in Wasser und Abwassersysteme investiert.

Afrika und seine Probleme 4

Die Europäische Union dient der Afrikanischen Union als Vorbild. In der Afrikanischen Union sind 54 Staaten, es gibt immer noch Grenzen, Zölle, keine gemeinsame Währung und keine Zentralbank. Die Ziele der Afrikanischen Union sind die gleichen wie die der Europäischen Union. Zum einen den Kontinent durch gemeinsame Währung, Aufhebung von Grenzen und Handelshemmnissen und mit der Einführung einer gemeinsamen Währung und einheitlichen Gesetzen zusammenzubringen und zum anderen eine gemeinsame Regierung einzusetzen. Weil die Afrikanische Union noch nicht so weit ist, ist der Verkauf von Waren ins Innere des Kontinents meist teurer als der Seeweg von Europa oder Asien. Das Ziel sollte sein, diese Handelshemmnisse zu beseitigen um den Handel zu fördern. Im Jahr 2001 wurde in afrikanischen Staaten eine Initiative namens NEPAD (New Partnership for Africa´s Development) ins Leben gerufen. Das NEPAD Abkommen verpflichtet zu einer transparenten Finanzpolitik und dazu Sorge zu tragen, dass die Verwaltung funktioniert. Die Grundpfeiler von NEPAD sind deutlich sichtbare und verantwortbare Regierungsführung, transparente Haushaltsführung, Rechtssicherheit und Achtung der Menschenrechte. Dazu zählt auch die Treue zur eigenen Verfassung. Dazu hat Nelson Mandela im Stern gesagt: „ Mir macht Mut, dass die Demokratisierung Afrikas voranschreitet. Es gibt ein neues Interesse an guter Regierungsführung und ethisch bewussten Führern. Die Geschichte zu ändern kostet viel Zeit“. NEPAD gibt Hoffnung für das Umdenken der afrikanischen Eliten. NEPAD könnte dazu beitragen, dass Afrika vom Kontinent der Hungersnöte, Bürgerkriege und kriminelle Ausbeutung zum Kontinent der Chancen und Möglichkeiten wird.

Kinder10
Afrikanisches Kind

Die Landwirtschaft produziert nur soviel wie für Eigenkonsum benötigt wird. Man muss die Landwirtschaft fördern, so dass der ganze Kontinent beliefert werden kann. Der Kontinent hat sehr fruchtbare Böden. Das Problem ist nur die Wasserversorgung der Landwirtschaftlichen Flächen. Dazu müssen Flüsse wie der Nil, Kongo, und Niger verlängert werden und Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut werden. Meerwasserentsalzungsanlagen sind sehr sinnvoll, da sie Meerwasser in Trinkwasser umwandeln. 99 Prozent des gesamten Wassers auf unserem Planeten ist Meerwasser. Wenn es also genug Meerwasserentsalzungsanlagen gibt und dazu das Abwasser durch Kläranlagen wieder gereinigt wird, dann geht uns das Wasser nie aus. Das einzige Problem heute ist, dass die Meerwasserentsalzungsanlagen sehr viel Strom verbrauchen. Da stellt sich die Frage, ob sich der Bau solcher Meerwasserentsalzungsanlagen überhaupt rentiert? Siemens hat eine moderne Meerwasserentsalzungsanlage erfunden, namens „Waterhub“. Diese Anlage verbraucht mit 1,5 Kilowatt Stunden pro m³ Wasser die hälfte der derzeitigen. Ein kleines Beispiel verdeutlicht die Situation. Der Wasserverbrauch Afrikas beläuft sich jährlich auf 213,5 Milliarden Kubikmeter. Davon gehen 85 Prozent auf die Landwirtschaft. Will man Afrika und die einheimische Landwirtschaft fördern, brauch man mindestens 300 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr zusätzlich. Wenn also eine „Waterhub“ 1,5 Kilowattstunden pro m³ Wasser verbraucht, dann macht das einen zusätzlichen Energieverbrauch von 300.000 Gigawatt. Um das mal zu verdeutlichen: „Grand Inga“ produziert 200.000 Gigawatt Stunden pro Jahr. Und das ist ein einziges Wasserkraftwerk. Das zeigt, dass dieses Problem lösbar ist. Man muss es nur richtig angehen und man braucht genügend Kapital. Grand Inga kostet etwa 75 Milliarden Dollar. Mehrstufige Entspannungsverdampfungsanlagen wie die in Dubai befindliche Kraftwerks- und Meerwasserentsalzungsanlage Dschabal Ali, können täglich bis zu 500.000 Kubikmeter Trinkwasser aus dem Meerwasser gewinnen. Um den Wasserbedarf zu decken, werden also 2.000 Anlagen benötigt. Vorausgesetzt Waterhub kann auf die gleiche Kapazität ausgebaut werden.
Zurzeit macht die Landwirtschaft in Afrika 80 Prozent der Arbeitsplätze aus. In Asien hat die wirtschaftliche Entwicklung mit der Förderung der Landwirtschaft begonnen. Allerdings wurden dort 40 Prozent der Agrarflächen bewässert. In Afrika sind das gerade mal 5 Prozent. Experten sind sich einig, dass ein Wachstum in der Landwirtschaft etwa vier Mal so wirksam beim Armutsaufbau ist, wie in anderen Bereichen. Die meisten Afrikaner leben auf dem Land. Dort fehlt es aber an Infrastruktur, wie Straßen, Lagerhäuser, Fabriken zur Weiterverarbeitung und Vermarktungsindustrie. Nahrungsmittelhilfen erhöhen die Abhängigkeit vom Ausland und sorgen dafür, dass die einheimische Nahrungsmittelproduktion nicht wachsen kann. Die Subventionen westlicher Agrarprodukte müssen aufhören und es müssen afrikanische Agrarprodukte und Baumwolle gefördert werden. Die Subventionen untergraben die Existenzgrundlage der afrikanischen Bauern, indem sie die Agrarprodukte verbilligen. So kostet beispielsweise ein Liter Milch statt einem Euro nur noch 80 Cent. Wenn aber die Afrikaner bereit wären für 85 Cent anzubieten, dann können sie nicht auf dem Weltmarkt mithalten. Die Baumwollproduktion ernährt etwa 20 Millionen Afrikaner. Diese Zahl könnte ein Vielfaches dessen sein, wenn die Subventionen in den Industrienationen wegfielen. Würden die afrikanischen Landwirte Ihre Produkte auf dem Weltmarkt verkaufen, könnte das Umsätze in Höhe der Entwicklungshilfe erzielen. Mittlerweile pachten viele Staaten, die ihre Nahrungsmittelproduktion aus eigenen Mitteln nicht mehr decken können, landwirtschaftliche Flächen in Afrika.

Die afrikanische Bevölkerung, vor allem Frauen, müssen durch Kleinkredite in Höhe von ein paar Hundert Euro gefördert werden, damit sie das Geld in ein eigenes Unternehmen investieren können. Frauen haben eine Rückzahlquote von 99 Prozent und sie gehen gewissenhaft mit dem geliehenen Geld um. Es gibt die Überlegung Entwicklungshilfe künftig als Mikrokredite zu vergeben. Frauen sind die wahren Perlen Afrikas. Sie managen Haushalte und tragen die Verantwortung für ihre Familien. 80 Prozent der Nahrung werden unbezahlt von Frauen produziert, allerdings besitzen sie nur 10 Prozent der Felder. Während die meisten Männer nichts tun, meistern viele Frauen den Alltag mit Familie und Gewerbe. Mädchen sollen auch die Möglichkeiten bekommen zur Schule zu gehen und zu studieren, damit sie in ihren Ländern etwas bewegen können. In der Realität haben Frauen nämlich nicht die gleichen Rechte wie Männer. Sie haben nicht die gleichen Rechte auf Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge und der Teilhabe an politischen Ämtern und der Wirtschaft. Die seit 2005 amtierende Vorsitzende der Nationalen Wahlkommission in Sierra Leone, Dr. Christina Thorpe hat 2007 zeitweise unter Lebensgefahr freie, unabhängige Parlaments und Präsidentschaftswahlen organisiert. Die kenianische Geschäftsfrau Esther Passaris hat ein Projekt namens „Adopt a Light“ ins Leben gerufen, bei dem sie Laternen vor allem in Armensiedlungen hat aufstellen lassen und die durch Werbung an den Masten finanziert wurden. Die Folge war, dass die Kriminalität und vor allem Vergewaltigungen zurückgingen. Armutsbekämpfung kann nur über Geschlechtergerechtigkeit gelingen. Hilary Clinton hat vor der Afrikanischen Union folgenden Satz gesagt: „Wenn alle Frauen in Afrika vom Kap bis Kairo eine Woche lang ihre Arbeit liegen lassen, dann fällt die gesamte Wirtschaft des Kontinents wie ein Kartenhaus zusammen.

„Frauen von heute warten nicht auf das Wunderbare – sie inszenieren ihre Wunder selbst“. Katherine Hepburn

Afrika und seine Probleme 3

Auswanderung ist ein großes Problem. Gründe dafür sind Unsicherheit für sich und die Familie, die fehlende Möglichkeit der professionellen Weiterbildung und der Kariere, schlechte Arbeitsbedingungen, Mangel an Schulen und Krankenhäusern. Jahr für Jahr verliert Afrika viele Ärzte, Hochschullehrer, Ingenieure und Intellektuelle. Es gibt einen Begriff dafür, „Brain Drain“, das bedeutet soviel wie Talentschwund. Es kann nicht sein, dass in Großbritannien mehr Ghanaische Ärzte sind als in Ghana selbst. Der Vorteil der Auswanderung ist, dass die unzufriedenen Bürger gehen und die Zahl der Arbeitslosen sinkt. Es wäre sinnvoll die Zuwanderung aus den Entwicklungsländern zu Begrenzen und dafür zu sorgen, dass sie in ihren Heimatländern verbleiben. Afrika ist reich an talentierten Menschen, die nicht die Möglichkeiten haben ihre Talente zu präsentieren. 2006 ging der Literaturpreis an den Kongolesen Alain Mabanckou und 2008 an Tierno Monenembo aus Guinea. Ihre Bücher wurden Bestseller. Da es in Afrika kaum Verlage gibt, sind diese Menschen auf Verlage aus Europa oder den Vereinigten Staaten angewiesen. Dieser arme Kontinent ist reich an Künstlern aus allen Bereichen.

Nur zehn Prozent der Bevölkerung Afrikas haben Zugang zu Elektrizität. 48 Afrikanische Staaten erzeugen zusammen so viel Strom wie Spanien. Der Kontinent ist nicht ausreichend mit Strom versorgt und die Netze decken nur einen kleinen Teil ab. Das führt zu Stromausfällen. Damit verbunden sind Probleme mit der Wasserversorgung, weil die Pumpen ohne Strom nicht funktionieren. Das liegt daran, dass die Kraftwerke zu alt sind und nicht richtig gewartet werden. Man muss neue Kraftwerke bauen. Dabei sollte man auf Kohlendioxidarme Energien setzen, die zudem preiswerten Strom liefern. Afrika ist arm und die Bevölkerung kann sich keine erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Windkraft leisten. Ein Lösung sind Wasserkraftwerke. Im Kongo ist ein Wasserkraftwerk in Planung „Grand Inga“, dessen jährliche Stromleistung 200.000 Gigawatt Stunden beträgt. Das ist die doppelte Leistung des Drei-Schluchten-Damms im Jangtsekiang. Dieses Wasserkraftwerk könnte vorerst einen großen Teil des Strombedarfs des ganzen Kontinents decken. Eine weitere Lösung sind EPR Kraftwerke. Das sind Kernkraftwerke, die eine Kernschmelze nicht verhindern aber bei einer Kernschmelze verhindern das Radioaktivität austritt, weil die geschmolzenen Brennstäbe aufgefangen und isoliert werden. Kernkraft ist auch günstig und Umweltschonend.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Kontinent nicht nur an Energie unterversorgt ist, sondern auch an Wasser. Nach Aussagen der UN braucht ein Mensch etwa 50 Liter Wasser am Tag. Ein Afrikaner hat allerdings nur durchschnittlich 20 Liter Wasser am Tag zur Verfügung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat gefordert das Recht auf Wasser in die nationale Verfassung und internationale Gesetzgebung aufzunehmen. In Äquatorialguinea gibt es trotz Reichtum am Öl keine geregelte Wasserversorgung. Es steht für Waffen mehr Geld zur Verfügung als für Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung. Südafrika hat in seiner Verfassung das Recht auf Wasser verankert. Zwischen Südafrika und dem Wasserreichen Lesotho gibt es ein Abkommen bei dem Wasser für Energie geliefert wird.

Das Verkehrswesen ist sehr mangelhaft. Es gibt nur schlecht befahrbare Straßen und Autobahnen. Außerdem sind viele Orte nicht über befestigte Straßen miteinander verbunden. Oft kann man besser mit dem Flugzeug reisen, man muss nur kleine Umwege in Kauf nehmen. So geht ein Flug aus Gabun nach Burkina Faso nur über die Zwischenstation Paris. Um Güter besser transportieren zu können, wäre es sinnvoll den Kontinent mit Eisenbahnschienen zu vernetzen. Momentan sind nur wenige Städte mit Eisenbahnschienen verbunden.
Die meisten Menschen zieht es vom Land in die Städte, was sie sich erhoffen ist ein besseres Leben. Was sie kriegen sind Elend, Armut und Kriminalität. Sie hausen dort in Slums unter Menschen unwürdigen Bedingungen ohne Strom und Wasserversorgung. Auch sterben viele Kinder an Durchfallerkrankungen, weil das Wasser durch Abfall und Fäkalien verseucht ist. In großen teilen Schwarzafrikas gibt es keine Abwasserwirtschaft und Müllentsorgung. Umweltschonende Müllverbrennungsanlagen und Recyclinganlagen sind die Lösung des Problems.

AFRIKA §
Afrika

Auch ist das Gesundheitswesen mangelhaft. Es ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: eine geringe Zahl von Krankenhäusern, mangelnde Hygiene in diesen Krankenhäusern, unzureichend ausgebildetes medizinisches Personal, keine Nothilfestation, kaum Krankenwagen und teure Medikamente. Würde es eine Gesetzliche Krankenversicherung nach deutschem Vorbild geben, wo jeder Bürger versichert ist und jegliche Kosten für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Medizin von der Krankenkasse übernommen werden, würde auch das Gesundheitssystem anders aussehen. Die am häufigsten vorkommenden Krankheiten mit den meisten Todesopfern sind Durchfallerkrankungen, AIDS und Malaria. AIDS ist das Riesen Problem in Afrika. Doch wie kommt es, dass zwei Drittel aller AIDS Kranken in Afrika beheimatet sind? Das liegt daran, dass nicht mit Kondomen verhütet wird. Immerhin gibt’s jetzt ein Mittel das Nevirapin heißt. Diese Tablette muss die infizierte, werdende Mutter bei der Niederkunft einnehmen. Wenn das Baby diese nach der Geburt auch schluckt, dann liegt das Übertragungsrisiko nur noch bei 10 Prozent. Führend in der Forschung an Mitteln gegen AIDS ist die Bill und Melinda Gates Stiftung. Sie geben jedes Jahr 800 Millionen $ dafür aus. Weiterhin engagiert sie sich in der Forschung nach Impfstoffen gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria sowie der Bereitstellung von Impfstoffen gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Keuchhusten, Masern und Gelbfieber. In diese Stiftung stiftete Warren Buffett einen Teil der B-Aktien seiner Firma Berkshire Hathaway in Wert von 32,5 Milliarden $.

Afrika und seine Probleme 2

Laut Transparency International sind demokratische Strukturen in fast allen Bereichen Botswanas vorzufinden. Die Gerichte sind unabhängig, Journalisten und Oppositionelle werden nicht bedroht, es finden regelmäßig Wahlen statt und niemals haben politische Gegner im Gefängnis gesessen. Es ist ein Musterland, das den aus den Bodenschätzen kommenden Reichtum wie kein anderes einzusetzen weiß. Da verschwinden keine Einnahmen in den Taschen einer korrupten Elite. Ein Zukunftsfonds wird dafür sorgen, dass auch künftige Generationen etwas davon haben. In Botswana sind Schulen und Medikamente frei und Krankenhausgebühren niedrig. Allen AIDS Kranken wird eine kostenlose Behandlung ermöglicht. Mehr als 100.000 AIDS Kranke bekommen eine antiretrovirale Therapie. Die Mutter Kind Übertragung von AIDS ist von 40 Prozent im Jahr 2000 auf vier Prozent im Jahr 2008 zurückgegangen. In diesem Musterland wurde in Schulen, Krankenhäuser, Wasserprojekte und Infrastruktur investiert. Außerdem gibt es dort kaum Stromausfälle, was für ausländische Investoren und Unternehmen interessant sein kann. Botswana hat in den letzten 30 Jahren das größte Wirtschaftswachstum weltweit gehabt. Das BIP stieg von 1.600 $ auf 7.500 $. Ein weiterer Vorzeigestaat ist Benin. Dort wurde ein ehemaliger Banker Boni Yayi zum Staatsoberhaupt gewählt. Die Wahl hat er hauptsächlich der jungen Bevölkerung zu verdanken. In Benin sind 68 Prozent der Bevölkerung unter 24 Jahre alt. Er ist beliebt, weil er die Staatsfinanzen saniert hat. Boni Yayi hat energische Maßnahmen ergriffen, um die ausufernde Korruption einzudämmen, die Staatseinnahmen zu konsolidieren und die Staatsausgaben zu kontrollieren. Er hat Benin eine Chance gegeben.

Ein weiteres Problem ist die Kapitalflucht aus den Entwicklungsländern in Höhe von insgesamt 400 Milliarden $ und 13 Milliarden $ jährlich. Etwa 40 Prozent des privaten Vermögens befindet sich außerhalb Afrikas, in Asien sind das gerade mal 3 bis 6 Prozent. Da stellt sich die Frage warum die Afrikaner ihr Geld nicht in Afrika parken? Die Antwort ist ganz einfach, weil es sich nicht lohnt und zu unsicher ist. Das liegt zum Teil auch an der Schattenwirtschaft. Afrika braucht Kapital um sich zu entwickeln. Ruanda ist ein gutes Beispiel dafür, dass es funktionieren kann. Dort herrschen stabile Rechtsregeln für die Wirtschaft. Es gibt Sicherheit in allen Landesteilen, die Schulpflicht und eine allgemeine Krankenversicherung wurden eingeführt. Ruanda ist wenig Korruptionsanfällig. Es ist politisch stabil. Das Land hat erkannt, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg ist um den

Afrika 2
Afrika

Sprung aus der Dritten Welt zu schaffen. Es entsteht eine moderne IT Infrastruktur mit Glasfaserkabel. Solaranlagen werden immer mehr gefördert. Immer mehr ausländische Unternehmen siedeln sich dort an.

Gutes Regierungsmanagement sowohl politisch als auch ökonomisch ist der Schlüssel für eine Reduzierung der Armut. Obwohl Afrika eine Bevölkerung von einer Milliarde hat und 14 % der Weltbevölkerung besitzt, beträgt der Anteil Afrikas am Welthandel heute nur 1,6 %. Und Afrika ist der Kontinent der am schnellsten wächst. Man geht davon aus, dass Afrika im Jahr 2050 eine Bevölkerung von über 2,1 Milliarden haben wird. Damit die Welt sich dort ändert, müssen Ausländische Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Wirtschaft her. Außerdem muss eine Umgestaltung der dortigen Politiksysteme stattfinden. Diese Welt muss nicht nur auf dem Papier demokratisch sein, es muss freie Wahlen geben bei denen es möglichst viele Wahlmöglichkeiten zwischen den Parteien gibt. Es muss ein funktionierendes Steuersystem und Sozialversicherungssystem geben.
„Nur auf dem Boden harter Arbeit bereitet sich normalerweise der Erfolg vor“. Max Weber

Bildung ist der beste Weg den dieser Kontinent bestreitet muss. Ohne Grundbildung in Lesen, Rechnen und Schreiben gibt es in Afrikanischen Ländern keine guten Voraussetzungen für eine gute Entwicklung. Das Bildungsniveau ist mangelhaft, die Bevölkerung ist schlecht ausgebildet. Der Staat braucht Führungskräfte und es ist schwer Leute, die im Ausland studiert haben, zurückzuholen. Afrika muss vor allem in die Bildung investieren. Am besten indem man das Studieren mit Stipendien fördert. Dann steigt die Zahl der Studenten und somit die Zahl der zukünftigen Führungskräfte und Intellektuellen. Taddy Blecker, Richard Peycke, Conrad Mhlongo und Mburu Gitonga haben im Jahr 2000 eine Private Hochschule CIDA (Community and Individual Development Association) gegründet. Das Ziel dieser ist, die aus armen Verhältnissen stammenden Südafrikaner und Studenten Subsaharas zu fördern. Sie sollen zu Führungskräften ausgebildet werden. Weibliche Studenten werden besonders gefördert. Es gibt nur einen Studiengang „Business Administration“ in dem 1500 Studenten eingeschrieben sind. Diese Hochschule wird von vielen Unternehmen unterstützt, u.a. Siemens, Deutsche Bank, J.P. Morgan, Africa Foundation, MTN usw. Grundsätzlich ist die Situation in Afrika folgendermaßen, die Eltern haben aufgrund der hohen Studiengebühren nicht die Möglichkeit ihren Kindern ein Studium zu finanzieren. Von dem Verein „Zikomo“ in Graz gibt es für Afrikanische Studenten die Möglichkeit mit einem Stipendium die studienbezogenen Kosten übernehmen zu lassen. Dadurch kann der Abwanderung der künftigen Führungskräfte entgegengewirkt werden. Um eine Kultur als bereicherndes Erlebnis zu erfahren, muss man erstmal die Geschichte und Kultur und Entwicklung des betreffenden Landes verstehen. Momentan kann man an sieben deutschen Universitäten Afrikawissenschaften studieren.

„Suche die Schule auf, Obdachloser! Verschaffe dir Wissen, Frierender! Hungriger greif nach dem Buche: Es ist eine Waffe. Du musst die Führung übernehmen“. Berthold Brecht

Würde des Menschen

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 steht folgender Satz:

Würde des Menschen
Würde des Menschen

„All human beings are born free and equal in dignity and rights. They are endowed with reason and conscience and should act towards one another in a spirit of brotherhood.”

“Alles wesentliche des menschlichen Lebens ist es, frei geboren zu werden und gleich in Würde und Rechten zu sein. Menschen sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“

Fakt ist, alle Menschen sind gleich, egal welche Hautfarbe, Geschlecht, Religion und Nationalität sie haben oder welchen Beruf sie ausüben. Niemand darf sich übers Gesetz stellen und niemand darf mehr Rechte, oder ich nenne es mal Privilegien, haben als andere. Jeder sollte gleich behandelt werden. In Deutschland und innerhalb der EU ist die Würde des Menschen laut Grundgesetz/Grundrechte unantastbar. Man entwürdigt jemanden, wenn man ihn unmenschlich behandelt, wenn er nicht so behandelt oder beurteilt wird, wie ein Mensch es verdient. Ein klares Beispiel sind Foltermethoden wie z.B. weiße Folter, bei der man jemanden brechen will, indem man seine Psyche zerstört.

Unsterblichkeit

In der Atmosphäre, im Wasser und durch die Pflanzen nehmen wir Sauerstoff auf. Im Sauerstoff sind Freie Radikale und diese nehmen wir über die Atemwege auf. Diese Sorgen für die Zellalterung, d.h. für den Alterungsprozess des Menschen. Weil unsere Zellen altern, altern wir. Dieser Sauerstoff sammelt sich in Form von Bläschen an den Lungenwänden und wird mit dem Blut durch unseren Körper befördert. Der Hauptzweck des Blutes und damit des Herzens ist der Sauerstofftransport ins Gehirn. Ohne Sauerstoff kann das Gehirn maximal 24 Stunden überleben, weil sonst die Zellen sterben. Das Problem beim Sauerstoff ist jedoch, dass wir ihn brauchen weil der Sauerstoff ein negativ geladenes Ion ist und einen Elektronenüberschuss hat. Ionen sind elektrisch geladene Atome. Positiv geladene Ionen haben einen Protonenüberschuss und negativ geladene Ionen einen Elektronenüberschuss. Das Gehirn ist so geschaffen, dass es für alle Verarbeitungsprozesse Elektronen benötigt, weil in der Gehirnmasse Natrium enthalten ist und Natrium ein positiv geladenes Ion ist mit einen Protonenüberschuss. Weil Denk- und Erinnerungsprozesse elektrisch ablaufen, sie also Elektronen benötigen, indem Neuronenverbindungen entstehen und Neuronen an Synapsen andocken und mit Hilfe von Elektronen gemeinsam feuern, muss man im Gehirn für einen Elektronenüberschuss sorgen. Deswegen braucht der Mensch in jeglicher Art und Weise Sauerstoff. Freie Radikale kann man nur mit Antioxidantien aufhalten. Freie Radikale sind Atome mit einem überschüssigen Elektron. Atome müssen immer eine gerade Anzahl an Elektronen haben, das sind dann Paare. Wenn sie eins zu viel haben, dann müssen sie sich ein zusätzliches besorgen oder eins loswerden. Das machen sie mit organischen Verbindungen und das sind z.B. ungesättigte Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren sind wichtig als Zellmembran. Das ist der Schutz der Zelle vor Eindringlingen. Wenn also Freie Radikale ein Elektron von den Ungesättigten Fettsäuren nehmen oder den eins geben, dann wird diese selber instabil und lässt Elektronen und andere Schadstoffe in die Zelle, die die Zelle beschädigen. Dadurch altern wir. Antioxidantien nehmen das Elektron auf und gehen dadurch kaputt. Das ist allerdings weniger ein Problem. Die Hauptsache ist, dass das überschüssige Elektron keinen Schaden anrichten kann. Antioxidantien findet man in Vitaminen.

Problematik der Kinderarbeit in den Entwicklungsländern

Problematik der Kinderarbeit in den Entwicklungsländern

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation bezeichnet Kinderarbeit jegliche Form der körperlichen und geistigen Ausbeutung von Menschen unter fünfzehn Jahren. Die Begriffsdefinition beruft sich dabei auf die 1989 verabschiedete Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Hiermit wird nicht jegliche Tätigkeit gemeint, sondern es ist immer individuell zu entscheiden, ob eine gesunde Entwicklung dadurch beeinträchtig wird.

Kinderarbeit
Afrika

Kinderarbeit als Förderung von Lern- und Bildungsprozessen

Ein positives Beispiel für Kinderarbeit erhob die Schweizerin, Florence Weiss, die 1974 ein Iatmul Dorf in Papua Neuguinea besuchte und in ihrer Rolle als Anthropologin die dort lebenden Kinder zu ihrer Stellung in Bezug auf die Erwachsenen interviewte. Ihre authentischen Berichte belegten wie die Kinderarbeit hier weit entfernt von wirtschaftlicher Ausbeutung liegt und einen wichtigen Beitrag zum Leben in der Gemeinschaft leistet. Im Gegensatz zur Leistungsorientierung in den Industrienationen folgte der Tagesablauf keiner festen Struktur und Arbeits- und Spielzeiten gingen gleichmäßig ineinander über. Auffällig war auch, dass die Kinder über den materiellen Lohn teilweise selbst verfügen konnten. So schnitzten sie beispielsweise Holzfiguren, die die Eltern an vorbeiziehende Händler verkauften und ihnen vom Erlös dafür Früchte vom Markt mitbrachten. Diese teilten sie ohne weitere Aufforderungen mit Freunden und Verwandten. Die Mithilfe schien völlig ohne Zwang abzulaufen und als Selbstverständlichkeit gewertet zu werden. Im Bezug auf die Integration in die Gemeinschaft stellt diese Vorgehensweise somit einen Teil des informellen Lernprozesses.

Kinderarbeit im internationalen Handel

Die Ursache für Kinderarbeit beim Anbau von Zuckerrohr ist im Zusammenhang mit einer wirtschaftlichen Entwicklung zu deuten, die sich auf den internationalen Wettbewerb bezieht. Dadurch, dass die führenden Konzerne ihre Produktion immer mehr auf die Verwendung von Süßstoff umstellten, fielen die Preise dramatisch. So bedienen Pepsi und Coca-Cola seit 1984 fast gar keine Nachfrage mehr. Im gleichen Zeitraum begann die Europäische Union, die Kultivierung von Zuckerrüben in Deutschland und Frankreich zu fördern. Es kam zu einer Überproduktion, die in dem Resultat endete, das viele Arbeiter in den Entwicklungsländern den Bedarf für ihre Familien nicht mehr decken konnten. Ein ähnliches Beispiel für den fragwürdigen Einfluss der westlichen Industrienationen stellen die Orangenplantagen in Brasilien. Es gilt zu bedenken, dass noch in den neunziger Jahren achtzig Prozent des nach Deutschland exportierten Orangensaftkonzentrats aus diesem Herkunftsland stammten. Genau zur selben Zeit begann der Internationale Währungsfonds ein Umschuldungsprogramm, das Lohnkürzungen und Sozialleistungen auf ein Minimum reduzierte. Die saisonalle Arbeit liegt nun unter dem Existenzminimum. Die Mitarbeit der Kinder wurde unumgänglich.

Hormone und Gehirn

sex
sex

Ob wir ein Junge oder Mädchen werden ist selbstverständlich von dem richtigen Chromosomen abhängig. Gibt der Mann das X Chromosomen weiter wird es ein Mädchen, bei dem Y Chromosomen ein Junge. Wird das Y Chromosomen weitergegeben, dann kommt es zur starken Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron, deswegen wird es ein Junge. Das Hormon wird vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft produziert. Ab diesem Zeitpunkt differenziert sich das Gehirn in männlich oder weiblich. Allerdings wachsen dem Fötus schon in der ersten Schwangerschaftshälfte Genitalien. J. Money hat 1975 behauptet „Bei der Geburt ist die Genderidentität so wenig ausdifferenziert, dass ein genetischer Junge noch zu einem Mädchen gemacht werden kann. Wie sich die Genderidentität später entwickelt, hängt stark von der Erziehung ab“. Zu diesem Zeitpunkt war die Forschung noch nicht so weit. Heutzutage weiß man, dass das nicht möglich ist. In der Schwangerschaft wird das Gehirn des Fötus wegen der Ausschüttung des Testosterons ausdifferenziert und es steht fest, welches Geschlecht das Kind wird. Dieses Testosteron bewirkt, dass die Kinder so werden, wie ihr Geschlecht. Das bedeutet, die Jungs werden männlicher und die Mädchen weiblicher. Das zeigt sich im frühen Verhalten der Kinder. Jungs sind aktiver und wilder und Mädchen sind ruhiger. Die Jungs spielen lieber mit Autos und die Mädchen mit Puppen. Die Jungs zeichnen lieber Autos, Panzer oder Flugzeuge und benutzen eher kühle Farben wie blau. Die Mädchen zeichnen Blumen oder Schmetterlinge und benutzen warme Farben wie Rot, Gelb und Orange. Weil bei den Jungs während der Schwangerschaft und nach der Geburt reichlich Testosteron ausgeschüttet wird, neigen sie eher nach Gegenständen zu schauen und vermeiden Blickkontakt. Es liegt einfach in der Natur des Mannes. Mädchen suchen den Blickkontakt.

Warum wird der Mensch hetero, homo oder bisexuell?
Zwillings und Familienforschung belegen, dass die sexuelle Orientierung zu 50 % genetisch bedingt ist. Doch warum werden Homosexuelle zu 50 % bedingt durch ihre Eltern Homosexuell, wenn Homosexuelle ihre Gene meist nicht weiter geben? Homosexuelle machen keine Kinder, weil sie Homosexuell sind.
Ist jemand Homosexuell und hat noch Geschwister die Heterosexuell sind, dann geben die Heterosexuellen dieses Gen an ihre Nachkommen weiter. Hinzu kommt, dass genau diese Menschen überproportional viele Kinder zeugen. Somit bleiben diese Gene immer weiter im Umlauf.
Werden die Mädchen während der Schwangerschaft mit zu viel Testosteron versorgt, dann werden sie männlicher und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit Homo oder Bisexuell zu werden. Hat die Frau eine Nebennierenerkrankung während der Schwangerschaft, dann wird auch mehr Testosteron ausgeschüttet als üblich. Ist der Fötus weiblich, dann bekommt es männliche Wesenszüge und die Wahrscheinlichkeit ist groß Homosexuell oder Bisexuell zu werden. Auch Nikotin und Amphetamine während der Schwangerschaft können dafür sorgen, dass die Tochter lesbisch wird. Bei Jungen nimmt die Wahrscheinlichkeit Homosexuell zu werden mit der Anzahl der Brüder zu. Das liegt an der Testosteronproduktion der männlichen Embryos während der Schwangerschaft. Gegen diese Testosteronproduktion hat die Frau einen Abwehrmechanismus. Dieser nimmt mit der Anzahl der männlichen Schwangerschaften zu, was dazu führt, dass die Jungenembryos nicht mehr so viel Testosteron ausschütten und die Jungs später zur Homosexualität neigen. Stress während der Schwangerschaft führt zu Cortisol Ausschüttung und hat den gleichen Effekt.
Dass das Umfeld für die sexuelle Orientierung verantwortlich ist, ist nicht bewiesen und ist eher unwahrscheinlich. Bei heterosexuellen Frauen und homosexuellen Männern wurden funktionelle Verbindungen zwischen der Amygdala und anderen Hirnregionen beobachtet. Diese Menschen sind emotionaler. Heterosexuelle Frauen und homosexuelle Männer reagieren auch mehr auf den Anblick eines schönen, männlichen Gesichtes und homosexuelle Frauen und heterosexuelle Männer dementsprechend auf den Anblick einer schönen Frau. Das ist auf die strukturellen und funktionalen Unterschiede im Gehirn bei der sexuellen Orientierung zurückzuführen.

Auch bei Transsexualität ist es anders. Es gibt den Bed Nucleus der Stria terminalis, der eine kleine Gehirnstruktur ist, die mit Sexualität verbunden wird. Dieser Gehirnbereich ist efferent zur Amygdala und ist bei Männern doppelt so groß und enthält doppelt so viele Neuronen, wie bei Frauen. Es gibt FzM (Frau zu Mann) Transsexuelle und MzF (Mann zu Frau) Transsexuelle. Bei den FzM ist dieser Gehirnbereich auch doppelt so groß wie bei anderen Frauen und bei MzF ist dieser so groß wie bei Frauen. Das bedeutet also, dass Transen tatsächlich bedingt durch ihr Gehirn, wie im falschen Körper gefangen sind. Vieles was die sexuelle Orientierung angeht setzt neurologische Anomalien voraus. Vieles hat mit dem limbischen System zu tun und da hauptsächlich mit dem Hypothalamus. Dieser, die Amygdala und der Bed Nucleus der Stria terminalis sind bei Pädophilen viel kleiner als bei Heteros. Dieser Unterschied macht sie erst dazu.

Die Hypophyse reguliert die Hormonproduktion und ist die Schnittstelle mit der das Gehirn Vorgänge wie Wachstum, Fortpflanzung und Stoffwechsel reguliert. Sie ist mit dem Hypothalamus verbunden und beeinflusst dessen Hormonproduktion. In der Pubertät produziert die Hypophyse Sexualhormone und diese führen in dem Alter oft zu verändertem Verhalten. In dieser Zeit werden die Jugendlichen auf die Fortpflanzung vorbereitet. Dadurch dass sie sich meist von ihrer Familie distanzieren, schließen sie innerhalb der Familie einen Inzest aus und das senkt das Erbkrankheiten Risiko. Sprich ein Gendefekt wird ausgeschlossen. Damit die Pubertät einsetzt, müssen so einige Hormonbedingte chemische Veränderungen in Gang gesetzt werden. „Puberty starts with a kiss“, damit ist das KiSS1 Gen gemeint, dass die Pubertät, durch das Ausschütten der Kisspeptine im Hypothalamus einleitet. Bei Mädchen wird die Pubertät durch die vorhandenen Fettreserven hinausgezögert. Das Gehirn stellt einen Mangel an Fettreserven fest, wenn es die Menge, des in den Fettzellen produzierten Hormons Leptin misst. Das macht das Gehirn, damit die Frau im Falle einer Schwangerschaft den Embryo ernähren kann. Ein Mangel an Fettreserven verhindert bzw. verzögert das Eintreten der Pubertät. Die Folge kann auch Fettsucht sein, weil das Gehirn bei einem Leptinmangel eine Unterversorgung an Fett vermutet und deshalb die Pubertät verzögert und dem Jugendlichen befiehlt „Friss“! Melatonin, das aus der Zirbeldrüse stammt, ist ein weiteres Hormon, das das Eintreten der Pubertät verzögert. Normalerweise nimmt die Produktion dessen in der Pubertät ab.
Embryonale Hirnzellen entstehen dort, wo die Nase angelegt ist und wandern dann den Riechnerv entlang zum Hypothalamus. Diese Zellen sind für den Anstieg der Sexualhormone zuständig. Vor allem bei Embryos und Teenagern durchläuft das Gehirn die komplexesten und heikelsten Veränderungsprozesse.

Bis zu einem Alter von über 20 reift das menschliche Gehirn, speziell der Präfrontale Cortex. Dieser ist für die Steuerung anderer Hirnregionen sehr bedeutend und steht für unsere Impulskontrolle, das Ausführen komplexer Handlungen und für die Planung und Organisation. Weil der PFC der Jugendlichen noch in der Entwicklung ist, können sie nicht so gut Entscheidungen treffen. Im Vergleich zu Erwachsenen können sie den PFC noch nicht so benutzen, dass von dort aus andere Hirnregionen zum Denken benutzt werden. Gerade in der Pubertät nimmt die Gefahr für enthemmte, asoziale, aggressive und strafbare Handlungen zu. Das liegt an dem nicht ausgereiften PFC.

Doch was passiert im Gehirn bei Liebe?
Liebe ist reinste Biologie, die mit überhöhter Euphorie und vielen starken, körperlichen Reaktionen verbunden wird. Diese gesteigerte Euphorie tritt durch das Glückshormon „Dopamin“ auf, das von dem ventralen Tegmentum ausgeschüttet wird und der betreffenden Person Glücksgefühle vermittelt. Das ventrale Tegmentum ist efferent zu dem ventralen Striatum, dem Nucleus Caudatus und dem präfrontalen Cortex. Bei Verliebtheit wird dementsprechend viel Dopamin ausgeschüttet, weil das Belohnungssystem unseres Gehirns uns eine Belohnung, einen Partner, wünscht und uns danach süchtig macht. Das Stresshormon Cortisol wird bei Verliebten auch vermehrt produziert. Dadurch wird bei Frauen mehr und bei Männern weniger Testosteron ausgeschüttet. Das ist dann der Fall, wenn man jemanden als potenziellen Partner auswählt. Diese unnötige Produktion an Cortisol und Testosteron wird dann normalisiert, wenn man den gewünschten Partner gefunden hat. Meist hat man die Partnerwahl nicht selber getroffen, die Entscheidung wurde vom Gehirn abgenommen. Da der PFC bei Pubertären noch nicht ausgereift ist, fällt die Partnerwahl meist falsch aus.
Ein Teil des Temporallappens und des limbischen Systems ist die Amygdala. Sie ist für das Aggressions- und Sexualverhalten verantwortlich. Elektrische Stimulation der Amygdala kann sexuelle Gefühle auslösen. Die Stimulation des Septums, auch im limbischen System zu finden, löste sogar Orgasmen aus. Eine Schädigung führte zu Impotenz.

Sex beginnt und endet im Gehirn, der Orgasmus ist im Gehirn zu sehen. Bei Liebe, wenn wir unseren Partner hören, sehen, riechen und fühlen, werden viele Hirnstrukturen aktiviert. Es macht Klick und man hat in jeglicher Hinsicht Lust auf den anderen. Auch die Sexualität wird von vielen Hirnregionen, wie der Amygdala, die efferent zum Hypothalamus ist, gesteuert. Zu dem Zweck: „Die Befruchtung der Eizelle“ werden die Geschlechtsorgane über das ZNS und das vegetative Nervensystem vorbereitet. Der Orgasmus dient diesem Ziel als Belohnung. Die durch Sex bedingten Gefühle verlaufen durch das ZNS ins Zentrum unseres Gehirns, den Thalamus. Von dort gelangen sie ins ventrale Tegmentum und den Hypothalamus. Der Orgasmus löst eine Dopaminausschüttung im Nucleus accumbeus und eine Oxytocinausschüttung im Hypothalamus aus. Das führt zu einen kurzen Rauschzustand.
Man hat Probanden, während sie im MRT lagen, zum Orgasmus gebracht, um zu sehen was im Gehirn passiert. Erkennbar war das Dopamin produzierende System. Das gleiche, wie bei Heroinabhängigen, denn bei Sex ist auch das Opiatsystem beteiligt. Der MRT machte sichtbar, dass bei Männern und Frauen unterschiedliche Hirnregionen aktiv waren. Bei Frauen ist das die motorische, sensorische Hirnrinde (graue Substanz) gewesen. Bei Männern der Temporallappen und das Claustrum, dass die graue Substanz unter dem insularen Cortex ist. Offenbar gelangt das Gehirn beider Geschlechter auf unterschiedlichem Weg zum Orgasmus. Beim Orgasmus nimmt die Aktivität der Amygdala ab. Außerdem war bei beiden Geschlechtern das Kleinhirn aktiviert und die Muskelkontraktion wurde gesteuert. Der PFC war weniger aktiv. Wie schon erwähnt ist man bei einem Orgasmus vorübergehend unzurechnungsfähig. Am Sexualverhalten sind viele Hormone beteiligt. Das männliche Sexualhormon Testosteron löst sexuelle Erregung aus. Manche ältere Menschen haben einen weitaus geringeren Testosteronspiegel, was zu einer verminderter Libido führt. Testosteron hat bei Frauen die gleiche Wirkung. Dieses Hormon wird bei Frauen in den Eierstöcken und den Nebennieren produziert. Der Anblick erotischer Bilder führt dazu, dass eine hohe Aktivität in vielen Hirnregionen stattfindet. Erotische Darstellungen lösen bei Männern eine größere sexuelle Erregung aus, als bei Frauen. Bei Männern wird größtenteils die Amygdala und der Hypothalamus stärker aktiviert als bei Frauen. Frauen reagieren vor dem Eisprung stärker auf solche Reize. Oxytocin wird im Hypothalamus produziert und gelangt über die Hypophyse in die Blutbahn. Es beeinflusst bei Männern die Erektion. Außerdem ist es bei beiden Geschlechtern am Orgasmus beteiligt. Oxytocin regt die Kontraktion der glatten Muskelfasern an und stimuliert die Ejakulation beim Mann. Glatte Muskelfasern sind Gewebe der Hohlorgane. Oxytocin steuert den Transport des Spermas zur Eizelle und gleichzeitig den Transport der Eizelle zum Sperma. Außerdem löst das Hormon ein Glücksgefühl aus, welches durch die Freisetzung von Opiaten bedingt ist. Man ist dadurch kurz berauscht und weniger stressanfällig.

Lukas Otschko

Afrika und seine Probleme

Afrika braucht Reformen und eine funktionierende Demokratie. Die Afrikaner müssen ihren eigenen Weg finden zu demokratischer Regierungsführung. Es müssen nicht immer 60 oder 70 Minister sein wie in einigen Afrikanischen Ländern. Die Regierungen zahlen sich teilweise Gehälter, die über dem des US Präsidenten liegen. Der US Präsident verdient 400.000 $ pro Jahr. Zwölf Staatschefs in Afrika sind mehr als 20 Jahre an der Macht. Drei Staaten sind Monarchien (Lesotho, Marokko und Swasiland). Freie Presse und vor allem Radio ist wichtig um die Machtverhältnisse wieder gerade zu rücken. Es gibt zwar offiziell Pressefreiheit, die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Man hört von Verhaftungen und Verurteilungen. Wer wegen Bestechung oder Korruption berichtet, wird wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ angeklagt. Trotzdem gibt es dort viele weltoffene Journalisten, die keine Angst haben über die Politik zu schreiben. Wahlen finden nur statt um an westliche Hilfsgelder zu kommen und diese stecken sich die Regierungen in die eigene Tasche. Eine schlechte Regierungsführung muss Folgen haben. Die Herausforderung für die Zukunft soll sein, dass nicht Gewinnmaximierung für wenige, sondern soziale Gerechtigkeit für alle das Ziel ist.

„Wenn du einen Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht“

Chinesisches Sprichwort

Die Entwicklungsländer werden jährlich mit Geldern der Industrienationen unterstützt. Diese Unterstützung nennt sich Entwicklungshilfe. Die Entwicklungshilfe der EU belief sich im Jahr 2010 auf 53,8 Milliarden €. Budgethilfe ist die Investitionspolitik der Industrienationen bei den Entwicklungsländern. Künftig sollen 50 % der Entwicklungshilfe den Regierungen als Budgethilfe zur Verfügung stehen. Budgethilfe ist mit Ownership verbunden. D.h. das die hauptsächliche Verantwortung bei den Regierungen im Empfängerland liegt. Die Geber wälzen die Verantwortung der Verwendung der Mittel auf die Empfänger ab. Gelegentlich werden den Entwicklungsländern Teile der Schulden erlassen. Der Schuldenerlass sollte den Regierungen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, die sie für die Entwicklung ihres Landes einsetzen. Normalerweise ist der Schuldenerlass an solche Bedingungen geknüpft. Allerdings kommt nur ein Drittel der Gelder bei den Bedürftigen an. Der Rest geht auf Personalkosten der Ministerien. Korruption ist das Problem. Korruption zementiert Machtverhältnisse und Abhängigkeiten, wo Initiative und Engagement gefordert wären, Korruption reduziert öffentliche Einnahmen zu Gunsten privater Gewinne. Korruption schafft Unsicherheit und Misstrauen statt Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Korruption stellt die staatliche Legitimität in Frage, Sie untergräbt die Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum. Um das zu verhindern sollte ein neues Konzept, namens „Cash on Delivery“ eingeführt werden. Dabei werden die Entwicklungsländer nur mit Geldern der Industriestaaten unterstützt, wenn sie konkrete Ergebnisse liefern. Das bedeutet, sie müssen ihr Geld für die Entwicklung ihres Landes einsetzen, für Gesundheit, Bildung, Sicherheit oder Forschung und Entwicklung. Sind diese Voraussetzungen gegeben, erhalten sie auch die Hilfsgelder. Grundsätzlich sollte die Entwicklungshilfe bewirken, dass demokratische, freie Staaten entstehen, in denen jeder Bürger und seine Nächsten von seiner Hände Arbeit gut leben kann. Entwicklungshilfe muss ein Bestandteil der Außenpolitik werden. Dazu muss die Entwicklungspolitik auf die Botschaften ausgelagert werden. Aus dem Beispiel China sieht man, wie aus einem Entwicklungsland ein Schwellenland werden kann, welches jetzt selber Entwicklungshilfe zahlt. Durch das Wirtschaftswachstum und die hohe Bevölkerungszahl, steigt der Bedarf an Rohstoffen. Die meisten dieser Rohstoffe, wie Erdöl, Holz und Mineralien bekommt das Land aus Afrika. Außerdem bietet China den entschuldeten Afrikanischen Staaten neue Kredite an. Chinas Afrika Politik wird von wirtschaftlichen und strategischen Interessen beeinflusst. Die kooperierenden Afrikanischen Regierungen schätzen China als Partner, weil China sich nicht in die Politik einmischt und keine Forderungen zum Thema Menschenrechte stellt. Durch Massenimporte aus China kann die Afrikanische Wirtschaft nicht wachsen. Mittlerweile sind auf dem Afrikanischen Kontinent etwa 1.000 chinesische Firmen tätig und es leben dort etwa 750.000 Chinesen.

„Wenn du einen Freund hast, schenk ihm einen Fisch. Wenn du ihn liebst, dann bring ihm bei zu fischen“.

Chinesisches Sprichwort

Um in Afrika etwas verändern zu wollen, muss man die Wirtschaft fördern, damit die Produkte auf dem Weltmarkt angeboten werden. Das geht nur, wenn die Produkte einen Vorteil gegenüber anderen Ausländischen Produkten besitzen. Vorteile können sein: der Preis oder Bodenschätze, die rar sind. Günstigere Produkte anzubieten ist aus afrikanischer Sicht nicht schwierig, denn die dortigen Arbeitskräfte sind um einiges billiger. Außerdem ist Afrika reich an Bodenschätzen, kann sie jedoch nicht sinnvoll nutzen. In Nigeria wollen die Parlamente eine Finanzkontrolle aufbauen um sicher zu stellen, dass das Geld richtig verwendet wird. Dort leben 70 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Und das obwohl Nigeria ein rohstoffreiches Land ist, dass viele Ölvorkommen besitzt. Von den Öleinnahmen gehen 80 % an den Staat. Mit den Zusatzeinnahmen werden Schulen, Krankenhäuser und Stromleitungen gebaut. Nigeria ist ein hervorstechendes Beispiel für diesen zum Scheitern verurteilten Ansatz. Mehr als ein halbes Jahrhundert, seit im Delta des Niger Öl gefunden wurde, haben die 160 Millionen Nigerianer noch immer für ihre Häuser keine Stromversorgung, wenn sie keine eigenen Generatoren verwenden, und auch für die Industrie des Landes gibt es nicht genug Strom. Obwohl das Land sehr große Erdölreserven hat, ist es in Nigeria nicht gelungen, der Bevölkerung anständige Lebensbedingungen zu schaffen. Denn mehr als 100 Millionen Nigerianer müssen von 1-2 Dollar am Tag leben. Man muss Infrastruktur Transportwege schaffen um die Bodenschätze richtig vertreiben zu können. Fehlende Infrastruktur in Afrika macht Exporte und Importe problematisch, ausländische Investitionen sind wegen der Korruption selten. Das Wachstum der Gesamtwirtschaft muss so angelegt sein, dass es zuerst die Nutzung des wichtigsten Produktionsfaktors fördert, die Arbeitskraft. Das betrifft Klein und Mittelbetriebe. Zweitens muss ihre Grundversorgung in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung gesichert sein. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, dann haben die Armen auch Chancen und können sie auch nutzen.